Katja Paryla

Schauspiel

Katja Paryla

Geboren
Gestorben
(im Alter von 73)
Geburtsort
Zürich, Switzerland
Mitwirkende
33 Titel

Biografie

Katja Paryla war die Tochter des Schauspielers und Regisseurs Emil Paryla, der sich – zur Unterscheidung von seinem Bruder Karl – Emil Stöhr nannte, und dessen Frau Selly Paryla. Sie war die Cousine der Schauspieler Nikolaus Paryla und Stephan Paryla-Raky.

Sie wurde 1940 in Zürich geboren, wohin ihre Eltern nach dem „Anschluss Österreichs“ 1938 emigriert waren. 1946 übersiedelten die Parylas nach Wien. Nachdem im Zuge des Brecht-Boykotts das Neue Theater in der Scala 1956 geschlossen werden musste und Paryla keine Engagements mehr in Österreich erhielt, zog die Familie 1956 nach Ost-Berlin.

Sie besuchte zunächst die Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, Fachrichtung Modegestaltung, die sie mit einem vorzüglichen Diplom abschloss (Diplom-Modegestalterin). 1960 bewarb sie sich an der Staatlichen Schauspielschule Berlin,[2] die spätere Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, in Berlin-Schöneweide, die sie von 1961 bis 1963 besuchte. Ihr Schauspieldebüt gab sie an der Seite ihres Vaters im Deutschen Theater Berlin in Oldrich Daneks Stück „Die Hochzeit des Heiratsschwindlers“ als Milena Andertschowa (1962). Wolfgang Heinz engagierte sie 1963 an die Volksbühne Berlin, Kurt Veth 1967 an das Maxim-Gorki-Theater.

Seit Ende der 1960er Jahre spielte Paryla auch zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen. Ihre größten Erfolge waren zwei beliebte Kinderserien. In Spuk unterm Riesenrad (1978) verkörperte sie eine Geisterbahnfigur, die nach einer Säuberungsaktion in der Spree zum Leben erweckt wird und als schrullige Hexe Berlin und den Harz unsicher macht. In Spuk im Hochhaus (1981/1982) spielte sie die Rolle der untoten Räuberin Jette Deibelschmidt, die 200 Jahre nach ihrem Feuertod als Geist in einem Berliner Hochhausplattenbau sieben gute Taten vollbringen muss, um endlich die ewige Ruhe im Grab zu finden.

Von 1978 bis 1990 war sie Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. Es folgten Engagements am Schillertheater Berlin, am Nationaltheater Weimar. Von 2004/2005 bis zum Ende der Spielzeit 2007/2008 war sie Schauspieldirektorin der Städtischen Theater Chemnitz; seit Spielzeitbeginn 2008/2009 arbeitete sie am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Sie war Mitglied der Akademie der Künste und lebte in Wölsickendorf bei Bad Freienwalde (Oder).

Katja Paryla war in erster Ehe mit dem Schauspieler Kaspar Eichel verheiratet. Aus ihrer Lebensgemeinschaft mit dem Schauspieler und Regisseur Alexander Lang entstammt der Sohn Alexej Paryla (* 1969), der als Grafiker und Bühnenbildner tätig ist. Zuletzt lebte sie mit dem Schauspieler Iván Gallardo in Wölsickendorf, Gemeinde Höhenland, Brandenburg.

1973 erhielt sie den Kunstpreis der DDR.

Bekanntestes Werk

Bekannt für

Schauspielerische Mitwirkung 33

JahrTitelRolle
1992 Die Verfehlung Film Lilo Utikal
1991 Stein Film
1990 Nathan der Weise Film Sittha
1989 Ich, Thomas Müntzer, Sichel Gottes Film Äbtissin
1987 Die Russen kommen Film Mutter Walcher
1987 Die erste Reihe Film Mutter Herrmann
1987 Die Älteste - Vermächtnis einer 108-Jährigen Film Narrator (voice)
1985 Die Rundköpfe und die Spitzköpfe Film Nanna
1984 Film-Salabim Film
1983 Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen Film Königin Sophie Dorothee
1982 Spuk im Hochhaus TV Jette Deibelschmidt (7 Ep.)
1980 Levins Mühle Film Christina
1979 Karlchen, durchhalten Film Mrs. Brunner
1979 P.S. Film Frau Ziehwein
1979 Spuk unterm Riesenrad TV Hexe Emma (7 Ep.)
1978 Schauspielereien TV (1 Ep.)
1978 Eine Handvoll Hoffnung Film Martha Menzel
1976 Beethoven – Tage aus einem Leben Film Johanna
1976 Sein letzter Fall Film Monika Krall
1975 Zwischen Nacht und Tag Film
1974 Der verspielte Scheidungsgrund Film Dorothea
1973 Unser täglich Bier Film Luise
1972 Januskopf Film Vera Brock
1972 Der Egoist Film Elke Moses
1971 Polizeiruf 110 TV Frau Schmitt (1 Ep.)
1971 Karriere Film Frau Walcher
1971 Kennen Sie Urban? Film Katja
1970 Netzwerk Film
1969 Geheime Spuren TV Käthe (3 Ep.)
1967 Die Räuber Film Amalia
1965 Tiefe Furchen Film Edith
1965 Schlafwagen Paris-München Film Chris Simon
1963 Die Spur führt in den 7. Himmel TV Zuckerl (5 Ep.)
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